Met – flüssiges Gold

Posted by Cookie4ddict | Posted in Kulinarisches | Posted on 02-09-2011

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Wer Honig mag oder viel auf mittelalterlichen Märkten bzw. in der “dunklen Szene” (huhu Schublade XD) unterwegs ist wird bei dem Namen Met schon wissen worum es sich handelt und eventuell sogar schon den Monitor ansabbern.
Met – wunderbar süßer Honigwein der je nach Honigsorte süßer oder herber schmeckt.

Auch ich bin diesem Genuss verfallen und liebe es guten Met zu trinken. Und da ich ganz gerne mal etwas selbst mache um mit den Zutaten spielen zu können dachte ich mir, ich versuche mich einmal in der Metherstellung. Das war vor zwei oder drei Monaten. Dazu braucht es aber erst einmal eine Grundausrüstung.
Folgende Gerätschaften werden benötigt um sich an die Weinherstellung zu wagen:

  • 10l Gärballon (oder größer – oder kleiner^^)
  • Gäraufsatz/Gummistopfen
  • Trichter
  • Thermometer
  • ca. 2m Lebensmittelschlauch
  • Glasflaschen & Korken
  • Reinigungsmittel zum gründlichen reinigen und desinfizieren von Gärballon und Flaschen
  • einen richtig großen Topf
  • einen dummen der hinterher die Küche entklebt :)

Optional kann man sich auch noch ein Vinometer besorgen. Das misst den Alkoholgehalt eines Weines. ABER: dummerweise kann das Vinometer bei zuckerhaltigen Weinen den Alkoholgehalt nicht wirklich gut bestimmen. Und ratet mal was einer der Hauptbestandteile von Met ist. Naaaa? :)

Ok, nur mit den Gerätschaften ist es natürlich nicht getan. Logischerweise braucht man für einen Met auch Zutaten. Ich habe ein Rezept von Andreas Börner verwendet. Gefunden mal wieder auf Chefkoch. Das nächste Mal probiere ich aber definitiv ein anderes Rezept das ich auf der Seite von jemandem gefunden habe der das gleiche Mittelalterbuch wie ich als Vorlage hatte. Das Rezept von Herrn Börner ist geeignet für einen 10l Ballon und beinhaltet folgende Zutaten:

  • 3kg Honig
  • 6l Wasser
  • 5 Tabletten Hefenährsalz
  • 0,6l naturtrüber Apfelsaft
  • 1 Fl. Reinzuchthefe (auch wenn “für bis zu 50l Wein” drauf steht – egal)

Ich habe als Honig für den ersten Ansatz einen Waldhonig verwendet. Der schmeckt sehr aromatisch *schleck* Natürlich eignen sich auch weniger aromatische Honigsorten – da ändert sich der Geschmack logischerweise. Als Hefe verwendete ich Portweinhefe. Die ergibt den höchsten Alkoholgehalt und kommt am besten mit der süßen Umgebung zurecht.
Ich musste das Rezept leider ein wenig abändern – ich hatte keinen Apfelsaft. Erst einmal zur Erklärung weshalb Apfelsaft zugegeben wird: Die Hefe braucht ein leicht säuerliches Milieu um richtig arbeiten zu können. Schwebstoffe im Wein sind zusätzlich förderlich weil sie sich dann besser verteilt und alles vergärt. Deshalb naturtrüber Apfelsaft.
Als Alternative kann man auch gekaufte Fruchtsäure und einen Esslöffel Mehl zugeben. So in der Art habe ich es gemacht. Ich habe Zitronensaft und Mehl zugegeben. Wie das Ergebnis dann wird? Dazu komme ich später.

Zur endgültigen Fertigstellung des Mets werden zusätzlich bei Bedarf folgende Hilfsmittel benötigt:

  • 1g Schwefelpulver
  • Kieselsol
  • Gelatine

Das 1g Schwefelpulver hat mir eine sehr laut lachende Apothekerin geschenkt. Da sie das nicht wirklich abrechnen konnte wie sie sagte :) Schwefel scheint wirklich günstig zu sein.
Doch wie geht man jetzt vor?

Der Honig wird im Wasserbad auf maximal 50° erhitzt. Das gestaltete sich bei mir ein wenig schwer da ich mein Thermometer dummerweise nach der ersten Messung am Boden zerschmettert habe :’( Armes Thermometer… RIP. Während der Honig warm wird erhitzt man das Wasser ebenfalls auf ca. 50°. Ich habe vorher einen leeren Teebeutel/Teefilter mit ein paar Gewürzen (Zimt, Anis, Vanille, Kardamon, etc…) gefüllt und das Ganze im Wasser ziehen lassen. Experimente müssen einfach sein.
Sobald beides bereit ist löst man den Honig unter Rühren im Wasser auf und lässt das Ganze dann unter 40° abkühlen. Sobald die Temperatur unter 40° liegt können die Hefe, das Hefenährsalz und der Apfelsaft zugegeben werden. Und Schwupps ab in den Gärkolben und Gäraufsatz drauf. Der muss übrigens in beiden Kammern Wasser haben. Das verhindert, dass zu viel Sauerstoff und Fruchtfliegen an den Wein rankommen.
Übrigens werden da in nächster Zeit viele Fruchtfliegen drin ertrinken… Aber besser im Gäraufsatz als im Wein :)

Zu gären fängt das Ganze erst nach ein paar Tagen an. Und dann geht es aber rund. Am Anfang hat der Gäraufsatz fast nur geblubbert. Nach ca. 12 Wochen wird das immer weniger (bei mir schon vorher :( ) Die Gärung kann unterstützt werden indem der Ballon jeden Tag einmal vorsichtig geschwenkt wird. Aber Vorsicht, der Gäraufsatz wird dann überblubbern. Dann kann es passieren, dass vorsichtig Wasser nachgefüllt werden muss.

Theoretisch ist der Wein nachdem nichts mehr blubbert fertig und kann geschwefelt (das sorgt dafür, dass er länger haltbar ist) und von Trübstoffen befreit werden (mit Kieselsol und Gelatine). Man kann ihn nun mit dem Lebensmittelschlauch abziehen und in Flaschen füllen. Hierbei gilt wie bei jedem Wein: je länger er kühl und dunkel gelagert wird, desto besser wird er.
Aber: auf einigen Seiten habe ich den Hinweis gefunden, je länger der Honigwein gärt desto besser wird der. Da war teilweise die Rede von 14 Monaten. Natürlich blubbert er dann nicht mehr. Auch wenn der Gärprozess offensichtlich zum Erliegen gekommen ist arbeitet die Hefe noch im Wein und wandelt immer mehr Zucker in Alkohol um. Leider habe ich das erst gelesen nachdem ich den Wein schon geschwefelt und von Trübstoffen befreit hatte. Beim nächsten Versuch werde ich mich denke ich an einer 6monatigen Gärung versuchen.

Nun zum Ergebnis meines ersten Versuchs:
Der Met schmeckt… gewöhnungsbedürftig. Absolut nicht unser Fall. Er ist ein wenig säuerlich. Zuerst dachte ich, ich hätte Essigbildung gehabt (DAS kann auch passieren und ist wirklich traurig in Anbetracht der Tatsache wie viel die Zutaten kosten). Mittlerweile denke ich aber, dass das einfach an der Zitrone liegt die ich zugesetzt hatte. Und das aromatische vom Waldhonig kommt auch noch dazu – nicht jedermanns Geschmack. Der nächste Versuch wird mit Akazienhonig und einem geriebenen halben Apfel unternommen.

Momentan ist mein Met noch im Gärballon. Seit ca. einer Woche möchte ich ihn in die Flaschen umfüllen. Aber ich konnte mich noch nicht durchringen. Na ja, wer weiß, vielleicht wird er geschmacklich nach längerer Lagerung noch besser. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt es zu versuchen und ich werde es definitiv wieder tun.

Wenn es noch jemand probieren möchte helfe ich gerne bzw. kann ich euch auch gerne die Mailadresse von Herrn Börner geben. Er hat mir sehr nett ein paar Fragen zur Metherstellung beantwortet und mir damit sehr geholfen.

So, dann mal viel Spaß beim ansabbern/trinken/schmachten :)

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